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Abdeckungung von Gletschern
mit Industrievlies zur Reduktion der Schmelze

Wirtschaftlicher Segen oder ökologischer Fluch?
Eine gesellschaftspolitisch –wissenschaftliche Symbiose

Ein Projekt aus dem Programm Sparkling Science

Gemeinsam mit SchülerInnen und Schülern der Neuen Mittelschule Zirl, der BBAKIP Innsbruck und der Carl Sandberg Junior High School Illinois, USA

Diskussionsgrundlage

Die Auswirkung von Gletscherabdeckung auf Mikroogranismen

Klimwandel und Vliesabdeckung

Hintergrund

Tirols Haupteinnahmezweig ist zweifellos der Tourismus. Doch der Klimawandel ist auch im Alpenraum trendmäßig stark zu spüren und gefährdet somit großflächig Schipisten auf Gletschergebieten, wodurch die ganzjährige Nutzung nicht mehr garantiert ist. Bislang haben alle Tiroler Gletscherschigebiete zur Methode der Abdeckung von Pisten mit einem industriellen Vlies zurückgegriffen, was bewiesener Weise zu einem Schneegewinn von ca. 1,5m über die Abdeckungssaison von Mai bis September führt. Der wirtschaftliche Nutzen ist bewiesen, aber nicht die ökologische Unbedenklichkeit.

Mikroorganismen und Vielzeller

Nachteile der Abdeckung

Betroffen davon sind jedoch Mikroorganismen und Vielzeller in Schnee und Eis, welche je nach Verfügbarkeit von flüssigem Wasser aktiv Stoffwechsel betreiben und somit substanziell zum C-Budget beitragen können. Durch die Abdeckung ändert sich eine Vielzahl von Lebensgrundlagen, wie z.B. die für photosynthetisch aktive Organismen notwendige auftreffende Strahlung. Dadurch verschieben sich metabolische Bilanzen durch eine Reduktion der autotrophen Produktivität. Zudem gelangen durch die Abdeckung keine atmosphärischen Depositionen (Nährstoffquellen) auf die Oberfläche. Als kritischstes Element wirkt jedoch ein chemischer Bestandteil des Vlieses. Während Niederschlagsperioden wird dieser sukzessive aus dem Vlies herausgewaschen und gelangt somit in das abfließende Schmelzwasser. Dieses wasserlösliche Schmiermittel wird von der EU als wassergefährdend eingestuft.

Definition und Quantifizierung

Projektziel: Einfluss der Gletscherabdeckung

Ziel ist es, den Einfluss und Implikationen der Gletscherabdeckung auf die Kryobiota auf Eis und Schnee zu definieren und quantifizieren, sowie in einer kritischen Auseinandersetzung mit den Stakeholdern sowie dem Produzenten mögliche Lösungsansätze herauszuarbeiten, um den Eintrag dieses Schmiermittels auf mehreren Hektar Gletscherfläche zu vermeiden. Für die SchülerInnen wäre diese interdisziplinäre Untersuchung als angewandte Studie im Sinne einer Sensibilisierung für den alpinen Lebensraum und deren Gestaltungsmöglichkeiten gedacht.

Eindrücke

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Letzten Beiträge

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Team

Birgit Sattler

Limnologin am Institut für Ökologie (projektleitende Einrichtung) und Vizedirektor des Österreichischen Instituts für Polarforschung (APRI), arbeitet gemeinsam mit dem “Team Cryo” (bestehend aus Diplomanden und Dissertanten) an mikrobiellen Kreisläufen und Prozessen in verschiedenen Habitaten der Kryosphäre, wie z. B. Seeeis von perenniell oder saisonal zugefrorenen Seen, Kryokonite von Gletschern, Schneeflächen oder Wolkentröpfchen in hochalpinen Lagen oder Polargebieten. Expeditionen in die Antarktis und Arktis konnten Beiträge zum IPY sowie zu den Sparkling Science-Vorgängerprojekten “BiPolar”, “TriPolar” sowie CAVE.LIFE liefern.

Sabrina Obwegeser

ist PhD Studentin am Institut für Ökologie und absolvierte ihre Masterstudien im Bereich Ökologie sowie Zoologie an der Leopold Franzens Universität Innsbruck. Während der zoologischen Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit der Ultrastrukturforschung des Modellorganismus Macrostomum lignano anhand elektronenmikroskopischer Analysen. Im Laufe der ökologischen Abschlussarbeit untersuchte sie die Auswirkungen des Klimawandels auf heimische Baumarten Österreichs.

Silvia Prock

ist Biologin im Hauptfach Botanik, arbeitet seit 1999 im Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Innsbruck und unterrichtet an der Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik und Horterziehung (BAKIP). Zudem leitet sie die Initiative Junge Uni, welche erst 2009 mit dem Arthur Haidl Preis prämiert worden ist. Die Universität Innsbruck hat 2001 als erste deutschsprachige Uni dieses Programm gestartet, welches äußerst erfolgreich mit verschiedenen Aktivitäten (Kinder-Sommeruni, Aktionstag, Lange Nacht der Forschung, Uni-Camp, Youth into Science, etc.) für junge Menschen durchgeführt wird.

Markus Freiberger

unterrichtet an der NMS/HS Zirl (Ökologschule) Biologie und das Wahlpflichtfach Ökologie. Mit den SchülerInnen, die dieses Fach gewählt haben, beteiligte er sich bereits an dreiSparkling Science Projekten: BiPolar, TriPolar sowie CAVE.LIVE. Die Rolle des Lehrers ist bei solchen Unternehmungen die des Schülercoaches und Teamkochs. Neben dem Forschen MIT Wissenschaftlern unterrichtet Markus Freiberger in Ökologie nach der Methodik des Forschenden Lernens (Inquiry Based Learning und Research Based Learning) und der Erlebnis- sowie Naturpädagogik. Markus Freiberger ist als Ökologkoordinator für jährliche Veröffentlichung der Arbeiten und Projekte verantwortlich.

Klemens Weisleitner

hat sein Masterstudium am Institut für Ökologie absolviert. Er beschäftigte sich mit der Kalibrierung eines Lasersystems, das photoautotrophe Pigmente auf Gletscheroberflächen quantifizieren soll. Forschungsreisen in die Arktis und Antarktis lieferten bereits wichtige Erkenntnisse für seine Arbeit. Das PhD Studium ermöglicht ihm die Weiterentwicklung dieser neuartigen Technologie.

Valentin Schiessendoppler

Valentin Schiessendoppler studiert Biologie in Innsbruck und schreibt im Moment seine Bachelorarbeit mit dem Thema „Mikrobielle Veränderung von Schnee unter einer Gletscherabdeckplane“.
Durch seinen starken Bezug zu Bergen und Schnee, ergab sich die Mitarbeit an dem Projekt.
Als Bergretter und Hundeführer der Bergrettung Tirol ergänzen sich die Freilandarbeiten im Kühtai perfekt mit seinen bevorzugten Aufenthaltsorten. Ständige Begleiterin ist die Lawinenhündin „Anny“, eine 3 Jahre alte Flatcoated Retriver Hündin.

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